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Schön, dass Sie hierher gefunden haben!

Sie fragen sich "Warum schreibt jemand so eine Seite?"
Ganz einfach: weil es mir Spass macht und ich meine Erfahrungen gerne teilen möchte.

Ich habe im Jahre des Herrn 1999, meine ersten Erfahrungen mit diesem Hobby gemacht. Seither schnitze ich mehr oder weniger erfolgreich.
Ich sehe es als einen Zeitvertreib, der etwas Schönes erzeugt (zumindest mir gefällt's). Ich kann mich bei diesem Hobby sehr entspannen und vergesse dabei manchmal die Zeit. In unserer heutigen Hektik ist das selten genug. Es macht Spass, Dinge, die man vor Monaten / Jahren geschnitzt hat, an der Wand hängen zu sehen und zu denken "das habe ich mit meinen Händen gemacht".

Da ich beruflich viel mit Computern zutun habe, ist es schön "Hardware" zu produzieren und nicht nur den Kampf gegen Viren, Würmer und User ;-) zu führen.

In meiner Stadt gibt es leider keine Schnitzkurse. Im Internet gibt es leider nur wenige deutschsprachige Seiten, die sich mit dem Schnitzen auseinandersetzen. Es gibt zwar eine Menge Künstler und Holzbildhauer die Ihre Waren feilbieten. Nur durch Zufall findet man mal hier und dort ein paar Informationen. Ich möchte mit diesen Seiten die Lücke füllen. Insbesondere die Anfänger möchte ich ermutigen einmal selber was zu schnitzen.

Ich startete so: bei einem Besuch auf Schloss Burg, in Solingen, sah ich schöne Möbel und kunstvoll verzierte Truhen. Bei mir wuchs der Wunsch so etwas mal herzustellen. Bis dahin hatte ich bereits einige Erfahrungen mit der Holzbearbeitung gemacht (Flugzeugmodellbau, selbstgebaute Möbel und Holzspielzeuge).
Also habe ich etliche Buchläden durchsucht und ein Paar Bücher zum Thema gekauft.

Mit sieben bis acht Büchern kann man hier gut einsteigen. Nun hatte ich neue Fragen: Wo bekomme ich preiswertes Holz? Wo die Werkzeuge?
Es gibt zwar ein paar Angaben in den Büchern, aber die meisten der Adressen sind veraltet, kaum einer hat Lagerware zum Anschauen bzw. Anfassen. Es ist zwar kein Problem Werkzeuge oder Holz zu bestellen, aber wer kauft schon gerne die Katze im Sack? Zumal die Preise für ein gutes Eisen pro Stück bei 15 - 30 Euro liegen (wie ich heute weiß).

Wo geht man als erstes hin? Natürlich zum Baumarkt meines Vertrauens (des Mannes liebstes Freizeitvergnügen). Dort kaufte ich ein Satz Schnitzwerkzeug. Sogar an einen kleinen Abziehstein hatte man gedacht (2,5 x 5 cm!). Holz lag genug im Keller, das sollte erstmal reichen.

Jetzt wurde es spannend: die Werkzeuge ausgepackt, Holz aus dem Keller geholt (Kiefer, glaube ich) und schon begannen die ersten Versuche. Ein Schriftzug sollte es werden, mit einem Gaisfuss (das mit der V-Form) geschnitten.... "Mist, wieso geht das so schlecht?" dachte ich und schon war wieder ein Stück Holz abgesplittert. "Ein gut geschärftes Werkzeug hinterlässt eine glänzende Fläche" hiess es in einem der Bücher, aber wo war diese Fläche? Schnitte quer zur Faser gingen super schwer. Tja, ...was nun?.... Bücher lesen...... ah ja...... Werkzeuge nur vorgeschärft..... So wird geschärft.... also versuchte ich mich im Schärfen. Stecheisen und Hobelmesser konnte ich schon ganz gut, sollte kein Problem sein. Pustekuchen...., jetzt ging es erstmal richtig los: "schärfen Sie einen Gaisfuss, so als hätten Sie zwei Balleisen (das sind die geraden Eisen) vor sich" nach 30 Minuten hatte ich die Lust verloren und warf erstmal alles enttäuscht in die Ecke (heutiger Kenntnisstand: Gaisfüsse sind am schwierigsten zu schärfen, ausser man weiß wie!).

Neuer Tag, neues Glück, nach weiteren 45 Minuten hatte ich endlich einen halbwegs schneidenden Gaisfuss (wie ich damals glaubte). Mein Schriftzug sah jetzt schon besser aus, aber nicht wirklich schön.

Heute weiß ich, dass das Werkzeug "zweite Wahl" (obwohl Markenwerkzeug) und damit rausgeschmissenes Geld war. Der beiligende Abziehstein hätte auf das Maß von 5 x 15 cm wachsen müssen um brauchbar zu sein.

".....das muss am Holz liegen", in den Büchern stand: "der Anfänger möge mit Lindenholz beginnen!" Telefonhörer, Gelbe Seiten, telefonieren..... "Ja... Sie haben Lindenholz für Hobbyschnitzer! Super ich komm vorbei". Etwa 1 Stunde später hatte ich "mein" Holz in den Händen, zwei Klötze von 30 x 20 x 5 cm. Meine Bank bedankte sich wieder mal, mussten die doch auf weniger Geld aufpassen!

Den Klotz kleiner gesägt (weil sehr teuer) und wieder versucht. Geht das leicht.... die Kanten sind viel glatter.... ich kann jetzt sogar vorsichtig gegen die Maserung schneiden (das sollte man aber nicht!). Heute schnitze ich alle möglichen Holzarten.

Jetzt hatte ich Blut geleckt und bis heute hat es mich nicht mehr losgelassen, "mein Schnitzen"!! Holz kaufe ich heute nicht mehr in Apotheken (nichts gegen Apotheker) und Werkzeuge (nur beste Qualität, lieber weniger aber besser) nur noch vom Fachhandel (jetzt habe ich welche gefunden die auch Lagerware haben!).

Damit Sie nicht mit den gleichen Schwierigkeiten beginnen wie ich und sich diesem schönen Hobby widmen können, habe ich diese Webseite gestartet.

Ich werde diese Seiten nach und nach fertigstellen und wünsche Ihnen allen viel Spass bei der Lektüre und natürlich beim Schnitzen.

Bevor Sie loslegen möchte ich Ihnen eine negative Seite des Schnitzens nicht verheimlichen: Schnitzen ist kein billiges Hobby.!
Sie benötigen einen gewissen Satz an Schnitzwerkzeugen und natürlich auch Werkzeuge zum Schärfen der Selbigen. Für 8-12 Schnitzeisen und Werkzeuge zum Schärfen, dürfen Sie getrost bis zu 400,-- Euro einplanen. Schnitzen sieht leichter aus als es ist, man benötigt viel Übung um den Umgang mit den Werkzeugen zu erlernen.
Schnitzen ist ein Handwerk und kann damit auch erlernt werden (auch von weniger kreativen Menschen). Man kann Schnitzen auch autodidaktisch erlernen, aber ein Schnitzkurs hilft Ihnen viel Lehrzeit einzusparen und wenn Sie dort auch lernen wie die Werkzeuge zu schärfen sind, dann lohnt sich diese Investition.
Überfordern Sie sich am Anfang nicht! Sie können nicht von Heute auf Morgen, Madonnen oder ganze Altäre schnitzen. Fangen Sie, wenn Sie autodidaktisch beginnen, vielleicht mit ein Paar Schnitzrohlingen an, um ein Gefühl für die Werkzeuge, Formen und das Holz zu bekommen. Je mehr Sie schnitzen, desto schneller lernen Sie, denn Schnitzen lernt man nur durch Schnitzen. Lassen Sie sich von Fehlschlägen nicht entmutigen. Es ist und bleibt nur ein Stück Holz!

Wenn Sie die ersten Hürden hinter sich haben, ist es das schönste Hobby das es gibt!

Ihr
Thomas Becher

Für Ideen, Fehlerkorrekturen oder Informationen bin ich dankbar: e-mail an info(a)hobby-schnitzen.de

PS: Wundern Sie sich über den spartanischen Stil dieser Webseite? Ich schreibe diese Seite in einem ganz normalen HTML-Editor. Da ich die "modernen" dreispaltigen Webseiten hasse auf denen man mit sich vor lauter bunten Bildchen nicht mehr zurecht findet.
Stand: August 2010
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