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Schnitztechnik Teil IV oder Tipps und Tricks
| Man hört öfter das Holz wenn es zu stark getrocknet und damit zu hart ist, durch das Einwickeln in einen feuchtes Tuch wieder geschmeidiger wird.
Solange das Tuch nur feucht und nicht nass ist funktioniert das sehr gut. Allerdings sollte die Einwirkzeit über Nacht nötig sein.
Ich habe in einem amerikanischen Schnitzerjournal gelesen, das die Kollegen einen anderen Weg gehen. Sie befeuchten das Holz mit einem Pumpsprüher, der mit einer Isopropyl- und Wassermischung gefüllt ist. Eine Mischung aus 50% Isopropyl-Alkohol und destilliertem Wasser habe ich dann selber getestet. Es funktioniert! Nach einer Einwirkzeit von 2-3 Minuten lässt sich das Holz hervorragend schneiden. Es bleiben keine sichtbaren Stellen nach dem trocknen. Schauen Sie selbst: Flash-Film. Im Video sehen Sie erst trocken schnitzen, dann einsprühen, schliesslich "nass" schnitzen, zum Schluss sehen Sie die "nass" geschnitzte Fläche, mit einem Fön getrocknet. Aber testen Sie selbst. 50%igen Isopropyl gibts in der Apotheke. An Stirnholz geht das Schnitzen viel leichter. Ein weiter Vorteil, man benötigt nur sehr wenig Flüssigkeit und kann sofort weiter arbeiten. |
| Bei weichen Hölzern ist es vorteilhaft, das Schnitzmesser nicht nur öfters abzuziehen, sondern auch beim Schneiden eine leichte seitwärts Bewegung zu machen bzw. ein Hohleisen beim Schnitt drehen. Wenn Sie das Eisen nur gerade durch das Holz schieben, werden viele Fasern zerdrückt und nicht richtig geschnitten. Versuchen Sie mal ein frisches Brot zu schneiden in dem Sie ein Messer von oben nach unten durch das Brot drücken. Das Ergebnis möchten Sie auch nicht mehr essen..... Wenn Sie aber das Messer hin und her bewegen wird das Brot sauber zerteilt. Das Holz verhält sich ähnlich. |
| Neue Polier- oder Schwabbelscheiben nehmen Polierpaste besser auf wenn sie vorgewärmt sind. Wenn Sie ein Stück Schleifpapier mit 180er Körnung leicht! an die Scheibe halten (vorsicht: Drehrichtung beachten und das Schleifpapier wird heiß!), erwärmt sich durch die Reibung die Scheibe. Wenn es geht sollten Sie mit einen Staubsauger den entstehenden Staub absaugen. Weiterer Vorteil, die Scheibe wird leicht aufgerauht und nimmt jetzt besser die Paste an. Schleifpaste aus dem Baumarkt ist meistens sehr hart und trocken, deshalb lässt sie sich auch schlechter aufbringen. |
| Wenn es den unbedingt sein muss: glatte Flächen zu bekommen, so sollten Sie lieber auf Ziehklingen zurückgreifen und auf Schleifpapier verzichten. Eine Ziehklinge wirkt wie ein Hobel und hinterlässt glänzende, saubere, Flächen. Im Gegensatz zum Schleifpapier, bei dem Fasern abgerissen und plattgedrückt werden, schneidet der Grat der Ziehklinge die Faser. Ausserdem setzen sich vom Schleifpapier Schleifkörper im Holz fest, wenn Sie da noch mal mit dem Schnitzeisen drangehen wird die Schneide sehr schnell stumpf. Für das Schärfen einer Ziehklinge benötigen Sie einen speziellen Hartmetallstab. Anleitungen zum Schärfen gibts im Internet. Überigens kann man Ziehklingen auch selbst umformen. An einem normalen Schleifbock kann man die benötigten Formen ausschleifen. |
| Denken Sie immer daran: ein Schnitt wird immer von einem anderen Schnitt beendet. D.h. hebeln oder brechen die nicht mit Gewalt Holzstücke heraus. Wenn Sie es nicht schaffen den gewollten Schnitt zu Ende zu bringen (weil sich das Eisen verhakt oder die Faserrichtung verändert) stoppen Sie und schneiden von der Gegenseite auf den ersten Schnitt zu. Nur wenn Sie den Schnitt ins Holz auch sauber wieder herausführen können, ist kein Gegenschnitt notwendig. |
| Reinigen Sie Ihre Werkzeuge nach dem Schärfen mit einem trockenen Baumwolltuch. Nichts ist ärgerlicher als Öl- oder Polierpastenreste auf dem Holz. Waschen Sie sich nach dem Schärfen und auch zwischendurch die Hände, Lindenholz wird leicht schmuddelig. |
| Bei Schnitzen von Figuren wird meist vergessen, sich diese einmal von Oben anzuschauen. Oft haben Figuren immer noch den Querschnitt des Ursprünglichen Holzstücks aus dem Sie entstanden sind. Machen Sie öfters Pause und betrachten Ihr Werk von allen Seiten und auch von Oben! |
| Wenn Sie länger Zeit nicht schnitzen, sollten Sie Ihre Schnitzmesser mit einem dünnen Öl konservieren. Lagern Sie Ihre Eisen an einem trockenen Ort. Achtung auch bei Lederrolltaschen, wenn diese noch Gerbsäure enthalten rosten Ihre Eisen sehr schnell an. |
| Alle diese Tipps sind ohne Gewähr und nur auf eigene Gefahr zu verwenden! Und wenn mir noch was einfällt werde ich das hier ergänzen. |
| Die folgenden Tipps bekam ich von Alex per E-Mail zu gesendet. Vielen Dank!! Schleifen sollte man die Werkstücke immer dann, wenn sie fertig geschnitzt sind. Nie zwischendurch schleifen! Die Schleifmittel (Abrasive) hinterlassen im Holz mikroskopisch kleine Körner, die das Werkzeug sofort stumpf machen. Aus dem gleichen Grund nach dem Verleimen der Holzstücke die Verbindungsstellen NICHT nachschleifen. Die dunkleren oder unschönen Stellen auf dem Holz können mit Bleichmitteln entfernt werden. Am einfachsten ist es, die 15%ige Wasserstoffperoxyd-Lösung (herkömmliches Bleichmittel, Bestand der Haarbleiche, kann in der Apotheke besorgt werden) oder 5-10%ige Lösung der Oxalsäure (natürliches Mittel, bekommt man auch in der Apotheke) mit Hilfe von z.B. Wattestäbchen auf die gewünschte Stelle auftragen und das Holzstück dann 1-2 Tage trocknen lassen. Man kann das Holz auch schwarz färben, um die (teueren) dunklen Holzarten zu imitieren. Stücke aus Birke, Apfel, Birne, Eiche oder Ahorn bekommen dann einen neuen Look. Dafür kann entweder das Farbmittel Nigrosin (im Baumarkt erhältlich) oder schwarze Zeichentusche verwendet werden. Das Farbmittel dringt normalerweise ziemlich tief in das Holz ein. Nach dem Auftragen wird das Holzstück getrocknet und sollte dann mit Klar- oder Mattlack überzogen werden, um das Ausbleichen der Farbe zu verhindern (besonders wenn das Stück draussen stehen soll). |