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Schärfen mit maschineller Hilfe

Hier stelle ich Ihnen eine Auswahl an Maschinen vor die so oder ähnlich im Handel angeboten werden. Ich möchte hier kein System oder einen Hersteller favorisieren. Entscheidend beim Schärfen ist das Ergebnis, eine rasiermesser scharfe Schneide!
Es gibt keine System, das Ihnen das Schleifen abnimmt bzw. automatisiert. Immer ist hier Ihr Fingerspitzengefühl gefragt.
Jede Maschine liefert Ihnen mit entsprechender Übung, gute Schneiden.

Leider kann ich hier nicht alle Tricks und Kniffe zeigen. Es gibt aber DVD's oder Videos im Handel, die sehr ausführlich auf das Schleifen eingehen. Oder Sie besuchen einen Schnitzkurs, bei dem auch das Schleifen gezeigt wird.

Tragen Sie bei Arbeiten mit solchen Maschinen immer einen Augenschutz und ggf. einen Gehörschutz!
Nach dem Schleifen und abziehen, sollten Sie die Eisen und auch Ihre Finger reinigen. Die Polierpasten sind Wachshaltig und kleben sehr stark. Metallreste vom Schleifen, setzen sich gerne in Holz fest und können sogar rosten! Polierpaste hinterlässt hässliche Schmutzflecken.


Es gibt verschiedene Ansätze:


Bandschleifer, durch ein mit Schleifmitteln beklebtes Endlosband wird das Metall abgetragen.
Bandschleifer haben einen anfänglich guten Materialabtrag, der aber schnell nachlässt. Das Band hat nur eine geringe Menge an Schleifkörpern. Wenn diese verbraucht sind muss es ersetzt werden. Nachteil ist auch die Klebestelle, an dem das Band zum Ring geformt wird. Das Eisen springt beim Schleifen an dieser Stelle immer etwas. Es entsteht viel Hitze und Funkenflug. Die Gefahr des Ausglühens ist hoch. Es entsteht eine flache, gerade Fase.
Schleifböcke oder Doppelschleifer, durch künstliche oder natürliche Steine mit 100, 150, 200 oder 250mm Durchmesser wird hier trocken geschliffen. (Es gibt auch grössere Steine, aber nur für die Industrie). Meist mit 2800 U/min, es gibt auch spezielle Ausführungen mit ca. 1500 U/min.
Schleifböcke haben einen guten Materialabtrag. Durch die drehende Scheibe und eine entsprechende Bindung der Schleifkörner im Stein, werden permanent neue, scharfe Körner freigelegt. Das abgetragene Material wird weggeschleudert. Es entsteht Funkenflug und relativ viel Hitze. Es muss zwischendurch gekühlt werden. Grobe Schleifscheiben erzeugen weniger Hitze als feine. Es entsteht ein Hohlschliff in der Fase. Je grösser der Durchmesser des Steins, desto geringer der Hohlschliff. Je grösser der Stein desto grösser ist auch die Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe und damit wird das Eisen schneller heiss!

Flash-Video: Schleifen am Doppelschleifer
Nasschleifmaschinen, schleifen nass durch langsame, in einem Wasserbad laufende Schleifsteine.
Durch die permanente Benetzung des Steins mit Wasser kann keine Hitze entstehen. Die Steine haben meist Körnung 220 und laufen bei ca. 100 U/min. Die Steine müssen langsam laufen, da sonst zuviel Wasser weggeschleudert wird. Auch hier werden ständig neu Schleifkörper freigelegt. Das abgetragene Material sammelt sich im Wasserbad. Es entstehen keinerlei Funken, damit ideal für die Holzwerkstatt. Auch hier gibts den Hohlschliff, meistens ist der aber zu vernachlässigen, da die meisten Maschinen einen grossen 200 bzw. 250mm durchmessenden Stein haben.

Flash-Video: Schleifen an der Nasschleifmaschine
Poliermaschinen, hier wird der beim Schleifen entstandene Grat, sowie die Riefen die durchs Schleifen entstanden sind entfernt. Das geschieht durch schnell laufende Filz- oder Schwabbelscheiben. Es können modifizierte Schleifböcke benutzt werden oder spezielle Polierböcke.
Die Drehrichtung der Scheiben ist vom Körper weg, im Gegensatz zu Schleifböcken, bei denen die Scheiben auf Sie zu drehen.
Die Scheiben werden mit Polierpaste benetzt, um eine stärkere Polierwirkung zu erzeugen.

Flash-Video: Abziehen an der Schwabbelscheibe
Wichtig an der Schleiferei ist, dass Sie immer wieder den gleichen Winkel zwischen Eisen und Maschine finden!
Sie halten das Eisen zwischen Daumen und Zeigefinger fest. Den Zeigefinger stützen Sie an der Schleifstütze ab. Die Schleifstütze kann die Stange beim Nasschleifer oder ein kleines Holzbrettchen vor der Schleifmaschine sein.
Sie lassen erst wieder los, wenn das Eisen richtig geschliffen ist! Nur so erreichen Sie immer wieder den gleichen Winkel an Stein. Ziehen Sie zwischendurch auf der Schwabbelscheibe ab, damit der Schleifgrat entfernt wird. Sonst nehmen Sie mehr Material als nötig ab. Der Grat lässt die Schneide dicker wirken als sie ist.
Den richtigen Winkel finden Sie durch kurzes anschleifen. Sie halten bei ausgeschalteter Maschine das Eisen mit der Fase auf den Stein, so dass die Fase möglichst komplett auf dem Stein liegt. In dieser Position halten Sie das Eisen jetzt immer fest. Schalten Sie den Schleifbock ein und halten Sie das Eisen kurz und ganz leicht auf den Stein. Kontrollieren Sie ob der Winkel stimmt. Anhand der Schleifspuren sehen Sie sofort, ob Sie zu weit vorn oder zu weit hinten schleifen. Sonst muss das Eisen etwas kürzer oder länger gefasst werden. Dann können Sie mit dem Schleifen beginnen.
Bei Hohleisen drehen Sie das Eisen während des Schleifens von einer Seite zur anderen. Achten Sie auch die Schneidecken, damit Sie diese nicht wegschleifen. Benutzen Sie die gesamte Breite des Steins, sonst schleifen Sie diesen in der Mitte hohl.

Auf welche Dinge muss man nun achten?
Damit die Schnitzeisen nicht ausglühen müssen Temperaturen über ca. 150 Grad vermieden werden.
Das kann bei elektrischen Schleifgeräten durch ausreichende Luftkühlung, niederige Drehzahl oder Wasserkühlung geschehen. Das wichtigste Kriterium ist aber der Anpressdruck. Je fester ich ein Eisen an das Schleifgerät halte, desto mehr Reibung und damit Hitze entsteht. D.h. wenn das Eisen nur ganz leicht!! gegen den Stein oder das Band gehalten wird, desto kleiner die Gefahr des Ausglühens. Zwischendurch das Eisen in einem Wasserbad kühlen. Beachten Sie, wenn das Eisen so heiss ist, dass Sie sich die Finger verbrennen ist es schon zu spät. Die Schneide ist dann bereits überhitzt! Es dauert einen kurzen Moment bis die Hitze an dem Eisen entlangwandert und auf Ihre Finger trifft.
Je kleiner das Eisen umso stärker ist die Gefahr des Ausglühens! Grössere Eisen können mehr Hitze ableiten, aber trotzdem sollte man an allen elektrischen Maschinen nur mit grösster Vorsicht schleifen. Die einzige Ausnahme ist die Nasschleifmaschine, hier ist das Ausglühen unmöglich.


Wichtig ist bei allen Maschinen, dass Sie die gesamte Breite der Schleifsteine und Schwabbelscheiben nutzen. Arbeiten Sie nicht nur in der Mitte, sonst höhlen die Scheiben bzw. Steine genau dort aus. Damit kriegen Sie anschliessend bei Flach- oder Balleisen Probleme.

Die nächsten Bilder zeigen Ihnen wie die Schneiden nach dem Schleifen aussehen. Die Eisen sind mit der oben beschriebenen Methode von Hand geschliffen!
So sieht ein mit dem Bandschleifer geschliffenes Eisen aus. Die Fase ist glatt (Band mit 240er Körnung) und man sieht kaum Riefen vom Schleifen.
Das ist der Trockenschliff auf einem Handelsüblichen Baumarkt-Schleifbock. Körnung des Steins ist 60 bei 2850 U/min. Man sieht deutlich die Riefen der groben Körnung.
Mit dem Nasschleifer erzielt man geringere Riefen. Das Ergebnis ist ähnlich dem Trockenschliff. Hier mit Korn 220, 90 U/min
Nach dem Entgraten und polieren der Schneide sieht das Eisen so aus. Egal welche Art des Schleifens Sie bevorzugen, am Ende sollten alle Eisen so aussehen.

Die richtige Haltung an der Schwabbelscheibe!
Damit Ihre ersten Versuch erfolgreich verlaufen möchte ich Ihnen kurz zeigen, wie das Eisen an die Schwabbelscheibe gehalten wird.
Halten Sie das Eisen gut fest. Die Schwabbelscheibe hat nach einigem Gebrauch einen gewissen Biss und zieht stark an dem Eisen. Je weicher die Scheibe, desto stärker dieser Effekt.

Das ist der richtige Ansatz. Die Scheibe dreht von Ihnen weg! Das Eisen wird in der Mitte der Fase aufgesetzt. Da die Scheibe elastisch ist, gibt sie leicht nach und damit erreichen Sie auch die Schneide und den hintern Teil der Fase. Lieber etwas mehr in Richtung der Abb.3 als in Richtung der Abb.2!
Hier wird nur der vordere Teil der Fase geschwabbelt. Die Schneide wird rund, verliert den optimalen Winkel und stumpft damit ab. Wenn Sie noch weiter nach unten gehen würden, verfängt sich das Eisen in der Scheibe und fliegt mit grosser Sicherheit durch den Raum! Also Vorsicht!!
So würde nur der hinter Teil der Fase bearbeitet. Die Schneide bleibt unbearbeitet und bekommt nicht die volle Schärfe.

Trotz aller Vor- und Nachteile der verschiedenen Schleifgeräte, sollten Sie sich mindestens eine Schwabbelscheibe kaufen. Egal ob Sie von händisch oder maschinell Schleifen, zum Abziehen oder entgraten gibt es nichts besseres.

Sehr kleine Eisen können fast ausschliesslich auf der Schwabbelscheibe geschärft werden. Es kann die Aussenfase und die Innenseite abgezogen werden. Achten Sie auch bei Schwabbelscheiben auf die Möglichkeit, dass Eisen überhitzen können. Meist reicht eine kurzes Andrücken um das Eisen abzuziehen. Nach dem Schleifen auf einem Doppelschleifer benötigen Sie etwas mehr Zeit, damit steigt die Gefahr, das Eisen zu überhitzen. Kühlen Sie das Eisen zwischendurch in einem Behälter mit Wasser.

Als Kauftipp (obwohl ich eigentlich keine Werbung machen möchte) kann ich Ihnen die Schwabbelscheibe von Herr Spangler empfehlen. Sie besteht aus einzelnen relativ harten Scheiben. Ich selbst habe immer gesteppte Baumwollscheiben benutzt, muss aber eingestehen, das die Spangler-Scheiben noch mehr Schärfe in kürzerer Zeit erzielen. Überigens sind die von Ihm angebotenen Maschinen sehr preiswert und mit seiner Hobbylösung und ein bisschen Polier- bzw.Schleifpaste können Sie bereits einen grossen Teil der anfallenden Schärfarbeiten erledigen.

Meine Maschine ist selbstgebaut. Falls Sie so etwas vorhaben, hier noch eine kleine Bemerkung: Die Kosten für einen Doppelschleifer (Chinaimport) liegen je nach Wattzahl des Motors bei ca. 40 - 70 Euro, die Schwabbelscheiben kosten zwischen 8 und 15 Euro. Dazu kommt noch die Zeit für den Umbau. Wenn Sie in elektrischen und mechanischen Dingen Fit sind, ist alles kein Problem, sonst sollten Sie lieber die Finger davon lassen!

Wenn Sie ein Markenfabrikat kaufen und umrüsten, haben Sie keinerlei Preisvorteil zum Angebot von Herrn Spangler. Nachteil der Chinaimporte ist meistens der leistungsschwache Motor, meiner hat 150W, das ist zuwenig. Bei breiten Eisen bleibt die Maschine schon mal stehen oder wird zumindest langsamer. Desweiteren gibt es eine Einschaltdauerbegrenzung (suchen Sie im Internet mal nach: Einschaltdauer ED), die billigen Motore haben eine schlechte Wärmeableitung und können nicht im Dauerbetrieb arbeiten. Meistens 10 Minuten arbeiten und dann 20 Minuten abkühlen! Wenn Sie das ignorieren, verkürzen Sie die Lebensdauer Ihrer Schleif- bzw. Schwabbelmaschine. Filzscheiben eignen sich nur für Balleisen oder die Aussenfase Ihrer Eisen. Die Innenseite kann nicht erreicht werden. Ich benutze Die Filzscheibe gerne um kleine Eisen abzuziehen, durch die grössere Härte kann man die Fase wie auch einer feinen Schleifscheibe schärfen. Vorausgesetzt Sie benutzen eine grobe Polierpaste und eine harte Filzscheibe. Aber Achtung Sie können auf diesen Scheiben auch ein Eisen ausglühen, d.h. es läuft blau an!

Gegenüberstellung Vor- und Nachteile
Bandschleifer
Vorteile:

flache Fase, gute Einsicht beim Schleifen, guter Materialabtrag
Nachteile:

teurer Bandverschleiss, Funkenflug, Gefahr der Überhitzung, hohe Verletzungsgefahr
Trockenschleifer
Vorteile:

sehr hoher Materialabtrag, billige Schleifsteine, billige Anschaffung
Nachteile:

durch den hohen Materialabtrag nur vorsichtig Schleifen, Funkenflug, Gefahr der Überhitzung, hohe Verletzungsgefahr
Nasschleifer
Vorteile:

keine Funken, geringe Verletzungsgefahr, Steine halten fast ewig, auch gut für Hobeleisen durch Systemwerkzeuge
Nachteile:

sehr teuer in der Anschaffung, geringer Materialabtrag, Schleifen dauert recht lange


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