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Das Schärfen geht im mehreren Arbeitsschritten vom Formen der Schneide auf einem groben Stein, bis zum Polieren der endgültigen Schneide auf einem Abziehleder. Je nachdem welches Werkzeug man kauft, erhält man vorgeschliffene oder bereits geschärfte Klingen. Die vorgeschliffenen haben schon einen Schneidwinkel von ca 25 Grad, meistens sind diese Eisen gerundet (ähnlich einem Fingernagel). Diese Rundung entsteht durch das Schmieden der Werkzeuge. Hier wird durch das Gesenkschmieden in der Mitte der Eisen Material verdrängt, das das Eisen länger macht. Wie bereits erklärte ist es günstiger diese Eisen gerade zu schleifen. Meistens muss hier viel Material abgetragen werden, was mit einer elektrischen Maschine schneller geht. Achten Sie unbedingt auf Kühlung der Klinge! Stellen Sie neben die Maschine einen Behälter mit Wasser und kühlen Sie hier öfters die Klinge. Je schneller die Maschine dreht umso öfter müssen Sie kühlen. Ist die Klinge verfärbt d.h. blau angelaufen, müssen Sie das gesamte verfärbte Material entfernen, sonst verliert Ihre Schneide nach wenigen Schnitten die Schärfe. Bei den geschärften Eisen haben Sie meistens eine Hilfsfase angeschliffen bzw. anpoliert. Dadurch entsteht eine ballig geschliffenen Fase. Man kann mit diesen Eisen arbeiten, sollte aber nach den ersten Versuchen mit einen neuen Anschliff das Eisen schärfen. Der Winkel des ersten Werks-Anschliff ist nicht umbedingt der Winkel mit dem Sie arbeiten möchten. Scheuen Sie sich nicht hier den Winkel zu verändern. Für hartes Holz ca 30 Grad, für weiches Holz 20 bis 25 Grad. Schliesslich kann der Hersteller nicht wissen welches Holz Sie schnitzen möchten. Die Winkelgrade sind nicht so genau zu nehmen, Sie finden auch keinen Profischnitzer der Ihnen ein Eisen mit z.B. exakt 22 Grad anschleifen kann. Ist der Winkel zu gross, brauchen Sie viel Kraft zum Schnitzen. Ist er zu klein, klappt die Schneide um oder bricht. Scharf sind beide Extreme trotzdem. Der "richtige" Winkel liegt genau in der Mitte ;-). Bevor wir jetz loslegen noch ein Wort.... |
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Hier sehen Sie die Fase eines stumpfen Eisens. |
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Man beginnt mit dem Begradigen der Schneide. Das Eisen wird mit leichtem Druck, senkrecht mit der Schneide, über den grobe Seite des Abziehstein gezogen. Hierdurch erreicht man eine gerade und winklige Schneide, der gerundete Teil wird abgetragen (ca. 0,5mm, je nach Verschleiss). Achten Sie auf ein winkliges Abziehen! |
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Wenn Sie das Eisen jetzt von vorne betrachten, sehen Sie die so genannte Lichtlinie. Diese Lichtlinie dient Ihnen als Orientierung beim Schleifen. Erst wenn diese ganz verschwunden ist, ist Ihr Eisen scharf! Überigens hier muss auf der linken Seite ein wenig Material mehr abgenommen werden, d.h. hier muss stärker geschliffen werden. |
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Hier wird mit Hilfe eines Formsteins die Innenfase an das Eisen geschliffen. Diese Steine gibt es in verschiedenen Grössen, so das Sie fast alle Stiche bearbeiten können. Bei grossen Eisen wird der Stein geschwenkt. Legen Sie keine Innenfasen bei Gaissfüßen und Stich11 an! Die Innenfase erlaubt Ihnen Eisen mit der Fase nach oben zu benutzen! (z.B. zum Abrunden). Bei Stich 11 ist das aber durch die U-Form unmöglich. |
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So sieht die fertige Innenfase aus. Der Winkel kann nach Ihren persönlichen Vorlieben gewählt werden. Denken Sie aber immer daran: der Keilwinkel der Schneide besteht aus dem Winkel der Fase und der Innenfase! |
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Die Aussenfase wird jetzt zuerst mit der groben Seite des Abziehsteins vorgearbeitet (mit mässigem Druck). Das Eisen wird mit der Fase flach auf den Stein gesetzt . Die Fase wird von einer Seite des Steins zur anderen gezogen und gleichzeitig von einer Ecke zur anderen geschwenkt. Achten Sie auf die Schneidenecken, drehen Sie das Eisen zu weit verrunden die Ecken. Wenn das passiert beginnen Sie wieder von vorne, mit dem Begradigen der Schneide. Eine leichte!! Verrundung ist in der Praxis nicht so schlimm. In dem hinterlegten Video können Sie sich das gerne mal anschauen: Video Achtung die Datei ist ca. 16Mb groß. |
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Nach und nach wird die Lichtlinie immer dünner. Versuchen Sie die dickeren Stellen stärker zu schleifen, jedoch ohne den Winkel beim Anschleifen zu verändern (durch Anheben des Hefts). Wenn Sie dem Winkel verändern wird zwar die Lichtlinie schneller verschwinden, aber der Keilwinkel würde sich im Schneidenverlauf ändern. Das bedeutet, das z.B. eine Seite des Eisens besser oder schlechter schneidet. |
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Wenn Sie fast verschwunden ist können Sie zur feinen Seite des Steins wechseln. Hier bekommt die Fase den letzten Schliff. Erst wenn Sie keine Lichtlinie mehr sehen, ist die Schneide wirklich scharf. Es bildet sich an der Schneide ein Grat. Dieser kann durch senkrechtes einstechen des Eisens in ein Stück Abfallholz beseitigt werden. Besser ist es, den Grat auf einem Leder mit Polierpaste abzuziehen. Danach wieder die Lichtlinie kontrollieren, wenn Sie diese Linie nicht mehr sehen können, beginnen Sie mit dem Abziehen bzw. polieren der Klinge auf dem Abziehleder. Auf dem Leder mit dem gleichen Winkel wie beim Schleifen arbeiten. Sie können auch vor dem Abziehleder einen Arkansasstein zum Feinschleifen nutzen. Das Abziehen von Eisen mit Stich 1, geschieht in der gleichen Reihenfolge, nur wird hier das Eisen nicht geschwenkt! |
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Haben Sie schon mal versucht ein Eisen Stich 11 mit einer Breite von 1 mm! anzuschleifen? Links sehen Sie die abgerichtete Schneide, rechts nach dem Handschleifen auf dem Stein. Um solch kleine Eisen zu schleifen benötigen Sie ein wenig Übung. Leicht werden die Ecken rund oder das Eisen in der Mitte Hohl geschliffen. Sie benötigen nur einen leichten Druck am Schleifstein und ein wenig Zeit! seien Sie nicht hastig oder versuchen auf Teufel komm raus das Eisen zu schleifen. Achten Sie auch hier genau auf die Lichtlinie! Diese Eisen sind aufgrund der Grösse sehr schnell geschliffen oder auch versaut. Wenn es nicht gelingt, legen Sie das Eisen beiseite und versuchen Sie es später noch einmal. In dem folgenden Video können Sie sich die Arbeitsgänge mal anschauen: Video Achtung das Video ist ca. 20 MB groß. Ich habe hier den Grat innen mit feinem Schleifpapier abgezogen, da sich Schleifpapier der Form des Eisens besser anpasst. Poliert wird innen wie immer mit dem Leder! |
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Sollten Sie Probleme mit dem "richtigen" Schleifwinkel haben, können Sie sich mit einer Pappe im gewünschten Winkel behelfen. So wissen Sie wie hoch Sie das Heft des Eisens halten müssen um z.B. diesen Winkel von 22 Grad zu erhalten. Mit der Zeit bekommen Sie ein Gefühl dafür wie Sie das Heft beim schärfen halten müssen. Nochmals der Hinweis: Sie können den Winkel beim schleifen nicht 100%ig halten, er wird immer leicht daneben sein. Das ist nicht schlimm, der ungefähre Winkel ist wichtig! Scharf werden die Eisen immer, egal ob 20,8 oder 24,285 Grad. |
Das Schleifen des Eisens (Stich 8, 10mm), im ersten Video hat mit filmen ca. 6 Minuten gedauert. Bei Ihnen wird es am Anfang sicherlich länger dauern, verlieren Sie nicht die Geduld. Ein so geschärftes Eisen braucht nicht nach jeder Benutzung mit dem Stein abgezogen werden. Man kann das schlecht beschreiben aber ich versuchs mal so: ich arbeite meistens so lange wie der Schnitt noch halbwegs geht und ziehe zwischendurch nur auf dem Leder ab. Erst wenn ich zur Endbearbeitung bzw. den Details komme, schleife ich die Eisen gegebenfalls nach. Noch ein Wort am Rande, beim Abziehen können Sie sich genauso schnell meistens sogar schneller als beim Schnitzen verletzen. Achten Sie auf Ihre Finger!