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Leider ist dieser Teil wieder einmal sehr Textlastig, aber mit weniger Worten kann man die Möglichkeiten schlecht beschreiben.
In diesem Teil möchte ich Ihnen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung zeigen.
Warum müssen Holzoberflächen überhaupt behandelt werden?
| Schutz vor Umwelteinflüssen | Das Holz ist Wasser, Feuchtigkeit, Licht, Staub, Kälte oder Hitze ausgesetzt. Durch geeignete Versiegelung des Holzes können ein Teil der schädlichen Einflüsse vermindert werden. |
| Schutz vor Holzschädlingen | Manche Hölzer sind die Leibspeise von Schädlingen (z.B. Holzwurm) und diese können das Holz bis zur Gänze zerstören. |
| Änderung der Farbgebung | In einigen Fällen möchte man das Holz farblich gestalten. Entweder die Maserung des Holzes anfeuern, d.h. das Holz so behandeln, das die Maserung stärker hervortritt oder das Gegenteil, die Maserung vollständig abdecken. |
Hinweise / Vorbereitung:
Das Holz wenn nötig mit milder Seifenlauge abwaschen und mindestens 2 Tage trocknen lassen.
Wenn Sie farbig arbeiten möchten, sollte das Holz auf keinen Fall mit Schleifpapier geglättet werden.
Sonst entstehen fleckige Stellen. Ebenso sollten Sie darauf achten, daß keine Einstiche im Holz zu sehen sind. Die farbigen Öle oder Wachse haben die Eigenschaft sich genau dort anzusammeln. Durch die dort angesammelten Pigment treten die Stiche extrem hervor!
Achten Sie bei flüssigen Wachsen und Ölen auf Pfützen die sich in kleinen Vertiefungen ansammeln können. Die sollten kurz nach dem Auftragen mit einem Pinsel entfernt werden!
Wichtig: lesen Sie die Verarbeitungsanweisungen des Herstellers.
Nehmen Sie nur Pinsel ohne Metallfassung. Das Metall kann rosten und die Farbe des Wachses oder der Beize verändern.
Neue Pinsel mit warmem Wasser auswaschen und anschliessend mit einem Tuch trockenrubbeln. Dabei werden lose Pinselhaare entfernt. Ebenso kann man den Pinsel über 60er Schleifpapier ziehen, lose Haare werden dann aus dem Gebinde gezogen.
Polierbürsten nach dem polieren mit heissem Wasser auswaschen, damit anhaftende Wachsreste entfernt werden. Sonst bilden sich irgendwann Wachskrümel die sich auf der Oberfläche festsetzen. Nehmen Sie für farblose und farbige Wachse getrennte Bürsten.
Beim Umgang mit Ölen ist besondere Vorsicht angesagt. Werkzeuge sowie mit Öl getränkte Tücher können sich selbstentzünden!
Benutzte Tücher in einer mit Wasser gefüllten Blechdose aufbewahren und entsorgen. Oder mit Wasser ausspülen und auf einer feuerfesten Unterlage ausgebreitet trocknen lassen.
Geölte Oberflächen sind nicht mehr mit Farben bemalbar. Das Öl dringt sehr tief in das Holz ein und "feuert" die Maserung an. D.h. die Maserung tritt nach dem Ölen stärker hervor.
Die beliebtesten Öle sind Leinöl, sowie das "Danish Oil" Öl eignen sich auch für Holzteile die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Sie können Löffel, Schalen und Teller z.B. mit Oliven-, Wallnuss-, oder Leinöl behandeln.
Leinöl ist im Handel in verschiedenen Qualitäten zu bekommen. Kaltgepresstes Öl ist ein muss. Leinölfirnis sollten Sie vermeiden, da es sich um um Öl mit Trockenzusätzen (sikkative) handelt.
Diese Zusätze sorgen für ein schnelleres trocknen, sind aber nicht Gesund. Für Gerätschaften die mit Lebensmitteln in Verbindung kommen, sollten Sie den Firnis auf jeden Fall vermeiden.
| farblose Wachse | Wachsbeizen | Öle |
|---|---|---|
| auch Antikwachs, Innenbereich, i.d.R. nicht wasserfest, es gibt aber spezielle wasserfeste Wachsversiegelungen, glänzend bis matt, einfache Verarbeitung |
verschiedene Farben Innenbereich i.d.R. nicht wasserfest, es gibt aber spezielle wasserfeste Wachsversiegelungen, glänzend bis matt, flüssig oder pastös, Grundierung nötig einfache Verarbeitung |
verschiedene Farben, Innen- und Aussenbereich, wasserfest, glänzend bis matt, flüssig, guter Schutz vor Holzschädlingen, kann das Holz "härten", einfache Verarbeitung |
| Wird mit Tuch oder Pinsel aufgebracht. Nach dem trocknen (ca. 6-12h) wird das Wachs mit Bürste und/oder Tuch bis auf den gewünschten Glanz gebracht. |
Grundierung mit Pinsel auftragen. Nach dem Trocknen (ca. 2-6h) kann die farbige Wachsbeize mit dem Pinsel satt aufgebracht werden. Wenn das Holz keine Beize mehr annimmt, wird der Überstand mit einem Pinsel abgetupft. Den Pinsel zwischendurch auf einem Papiertuch ausstreichen. Nach dem trocknen (ca. 6-12h) wird das Wachs mit Bürste und/oder Tuch bis auf den gewünschten Glanz gebracht. |
Wird mit Tuch oder Pinsel satt aufgebracht. Wenn das Holz kein Öl mehr annimmt, wird der Überstand weggewischt oder mit dem Pinsel abgetupft. Dabei den Pinsel auf einem Tuch abstreichen. Nach dem Trocknen entsteht je nach Öl eine glänzende oder matte Oberfläche, die nachpoliert werden kann. |
Ein paar Anleitungen zum Arbeiten mit Wachsen findet Ihr bei Hobby-Versand Spangler
Ich möchte Herrn Spangler herzlich danken für die freundliche Genehmigung zur Nutzung seiner Fotos und Informationen!
Anleitungen zu Flüssigwachsen |
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Diese Technik ist nicht mit der Fassung von Schnitzereien zu verwechseln. Beim Fassen wird die Holzoberfläche aufwändig versiegelt, mit einem Kreidegrund versehen und meistens auch mit Blattgold vergoldet.
Da die Fassung ein sehr komplexes Thema ist, das ich auch nicht beherrsche, werde ich auch nicht darauf eingehen.
Zum Thema der Kolorierung habe ich im nachfolgenden die Beiträge von Herbert aus dem Forum zusammengefasst.
Vorbereitung des Holzes zur späteren Farbgebung
Wie Ihr bereits hier im Forum gelesen habt, ist Holz ein sehr lebendiger Werkstoff und kann durch seine Struktur viel Feuchtigkeit aufnehmen und auch abgeben. Um dem entgegen zu wirken das Eure Arbeiten den Farbauftrag in sich aufsaugen, ist es notwendig die unteren Holzschichten zu sperren.Es sollte nur so viel Leim angesetzt werden wie benötigt wird. Nach der ersten Verwendung ist der Leim im erkalteten Zustand eine Geleeartige Masse und wird erst im Wasserbad wieder flüssig.
Sollte mal nicht alles verbraucht worden sein, ist es möglich ihn für ca. 10 Tage in einem verschlossenen Glas an einem kühlen Ort aufzubewahren. Voraussetzung hier für ist das Ihr ihn mit destilliertem Wasser angesetzt habt.
Tipp: Auch bei Wasserfarben die Ihr an mischt und für längere Zeit aufbewahren möchtet, solltet Ihr
So verfahren. Grund sind im Leitungswasser vorhandenen Keime und gelöste Mineralien die eine schnelle Fäulnisbildung bewirken.
Mischungsverhältnis:
1 gestrichenen Teelöffel Hasenhautleim auf 1/8 Liter Wasser
Den Leim in ein Glas geben (geeignet ist ein leeres Marmeladenglas mit Schraubdeckel)
Etwas Wasser zugeben, so dass der Boden bedeckt ist, dann zwei Stunden quellen lassen.
Nach zwei Stunden einen 1/8 Liter Wasser zu geben. Der Leim sollte nun im Wasserbad auf etwa 60 Grad erhitzt werden.
!!! Auf keinen Fall zum kochen bringen. !!!
Konsistenztest:
Mit dem Pinsel oder einem Stückchen Holz 1 - 2 Tropfen auf den Handballen der Handfläche geben,
beide Handballen aneinander reiben das der Leim gleichmäßig verteilt wird. Handballen auseinander ziehen und wieder aneinander drücken.
Nach dem zweiten oder dritten mal spürt Ihr das es klebt, dann stimmt die Konsistenz des Leimes und kann verarbeitet werden. Überigens ist der Leim vollkommen ungiftig und kann mit warmem Wasser von den Händen und Arbeitsgerät entfernt werden.
Der heiße Leim wird nun auf Eure Schnitzerei aufgetragen. Achtet bitte beim einstreichen das an den Schnittkanten kein Reste von Leim stehen bleiben, da sonst die Farbe da später nicht hält. Nach etwa einer Stunde wird erneut eingestrichen, jedoch nur die Stirnholzflächen da diese sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Figuren die Standfläche nicht mit Leim versehen damit das Holz weiterhin atmen und Restfeuchte austreten kann. Bei einem Relief verzichtet man mit dem Leim auf der Rückseite. Das Relief sollte möglichst zum trocknen festgespannt werden, da es sich durch einseitiges Leimen verziehen kann. Eure Arbeit sollte nun mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur (nicht auf dem Heizkörper!) trocknen.
Nun zur zweiten Variante die sehr einfach und auch für jeden durchführbar ist. Hier zu verwenden man Holzkaltleim. Dieser wird 1:3 bis 1:4 mit Wasser verdünnt. Weiter verfahrt Ihr genau wie zu von mir beschrieben. Anmerkung: Alle eure Arbeiten sollten für die weitere Bearbeitung so behandelt werden, auch diese die Ihr in ihrer Naturfarbe belassen möchtet. Empfehlung: Schnitzereien deren Schnittkanten durch vieles Anfassen etwas schmutzig geworden sind, können leicht in einer Schüssel warmen Wasser und ein wenig Geschirrspülmittel mittels einer Handbürste gereinigt werden. Das Holz sollte danach mehrere Tage zum Trocknen bei Raumtemperatur stehen bleiben.Ihr benötigt für diese Technik folgende Sachen.
- Einen Malkasten mit den 7 Farben (halbflüssige Schulmalfarben)
- Paar gute Pinsel
- Wasserbehälter und paar kleine Behälter zum Mischen
- Dunkelbraune Körnerbeize
- Eine Spritze (diese habe ich aus einem Nachfüllset für Druckerpatronen, gibt es auch in der Apotheke) Die Spritze benötigt Ihr zur besseren Dosierung der aufgelösten Körnerbeize.
- Weißes Leinentuch (ausrangiertes Betttuch, sollte nicht fusseln), in Stücke 10 X10 cm schneiden
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Wie Ihr an den Fotos seht, habe ich ein Brettchen mit dem Hohleisen Stich 9 bearbeitet um alles besser darstellen zu können. |
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Ich habe zum Vergleich einmal die Farbe pur und einmal in Verbindung mit Körnerbeize verwendet. Ihr seht dass Ihr mit der Zugabe von Körnerbeize natürliche Farben (Erdfarbe) erhaltet. |
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Nach dem Ihr die Farbe aufgetragen habt, müsst Ihr diese erst trocknen lassen. Anschließend nehmt Ihr ein Stück Leinen, macht es im Wassernapf feucht und drückt es kräftig aus, so das es wirklich nur feucht ist. |
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Jetzt könnt Ihr die bemalte Stelle wischen. Die Farbe an der oberen Fläche wird so teilweise entfernt und bleibt in den tieferen Stellen. Für jede neue Farbe solltet Ihr zum Wischen auch ein neues Tuch verwenden.Das ist eigentlich das ganze Geheimnis, nur eben sehr Zeitaufwendig. |
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Die Farben Weiß und gelb eignen sich nicht zum wischen. Wenn Ihr was in der Farbe Weiß bemalen wollt, empfehle ich Euch Acryl mit ein wenig Ocker zu mischen. So erhaltet Ihr ein Cremeweiß mit einer besseren Deckkraft.Zum aufhellen der angemischten Farbe genügt die Zugabe von Wasser.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim experimentieren mit den Farben. |
Um den Farbton zu testen genügt ein Stückchen Sperrholz. Die fertig bemalte und gewischte Arbeit erhält zum Abschluß nach dem alles trocken ist (ca. 24 Stunden) noch eine farblose Wachsschicht (Antikwachs). Später wird der Wachs mit einer weichen sauberen Bürste aufpoliert.