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Werkzeuge Teil II

In diesem Teil versuche ich Ihnen zu zeigen womit die Schnitzeisen geschärft bzw. scharf gehalten werden und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Um Ihre Eisen zu Schärfen brauchen Sie einen Abziehstein, Öl oder Wasser, ein Stück hartes Leder und Polierpaste. Der Abziehstein, ist ein Stein mit einer Körnung von 120/500. Das heisst eine Seite ist Grob (Körnung 120) die andere Fein (Körnung 500).
Es gibt verschiede Arten von Natursteinen am bekanntesten sind Arkansas oder der Belgischen Brocken. Da die Lagerstätten fast erschöpft sind, hat die Industrie angefangen Kunststeine zu produzieren, die die gleichen Eigenschaften haben. Sie sind aber in der Regel fast genauso teuer.

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl an Hilfsmitteln die Sie zum Schärfen brauchen. Jeder Schnitzer schwört auf "seine" Methode zum erreichen der nötigen Schärfe. Die Einen nutzen nur Wassersteine, die Anderen nur Ölsteine aber ich denke durch die richtige Technik und ein bisschen Übung erreichen Sie füher oder später auch Ihr Ziel: eine rasiermesser scharfe Schneide.

Wasserstein Wasserstein, grob (grau) und fein (weiß)
weich, hohe Schleifleistung
Baumarktstein Baumarkt Abziehstein (Bankstein)
Ölstein, hart, guter Abtrag, setzt sich schnell zu
Diamantplatte Diamantplatte
gelocht ungelocht, hohe Schleifleistung, kaum Verschleiß, muss immer mit Wasser benetzt sein
Formsteine verschieden Formsteine
Ölsteine Arkansas (weiß), Indicor (braun), hohe Schleifleistung, geringer Verschleiß
Abziehleder Abziehleder und Polierpaste
Botanikerlupe
zum betrachten der Schneiden und gut geeignet um Splitter aus den Fingern zu operieren


Sicherlich ist es Ihnen Aufgefallen, das keine elektrischen Schleifböcke zu sehen sind. Für den Anfang sollten Sie der Versuchung widerstehen einen der schnellaufenden Schleifböcke aus dem Baumarkt zu kaufen um Zeit zu sparen.
Das Schleifen der Schnitzeisen dauert seine Zeit ob mit oder ohne maschienelle Hilfe.
Mit diesen Schleifböcken haben Sie Ihren geliebten Eisen schneller kurz geschliffen als Ihnen lieb ist. Die Abtragsleistung solcher Schleifmaschinen ist äusserst brutal, der Stahl wird von der Klinge weggerissen und sie verglüht durch die Reibungshitze in kürzester Zeit.
Schneiden, die sich beim Schleifen durch Wärmeeinwirkung verfärben verlieren an Härte, damit an Schneidleistung und müssen öfters neu geschliffen werden.
Lernen Sie zuerst das schleifen mit der Hand, dann können Sie sich immer noch eine elektrische Maschine (speziell für Schnitzeisen) kaufen.

Verschieden Fasen
Das ist das was Sie erwartet, Schneiden in verschiedenen Formen, die von Ihnen geschärft werden wollen!
Verschieden Fasen
Links: perfekte, fertige Schneide, poliert,
Rechts: mit der Maschine geschliffen und hier sehen Sie, dass noch kräftig nachgearbeitet werden muss!
Bevor wir jetzt mutig anfangen zu Schleifen möchte ich Ihnen noch einige Schneiden bzw. Fasen-Fehler zeigen:
richtiger Anschliff Das ist das Wichtigste auf das Sie beim Anschliff achten müssen: gerade Schneiden und eine gerade Fase.
Hohlgeschliffene Fasen bekommen Sie nur auf runden Schleifsteinen von Maschinen. Ballig geschliffene Fasen entstehen durch unsaubere Haltung beim Schleifen und durch häufiges Abziehen auf dem Leder. Gerundete, geschweifte und gewellte Schneiden können Sie auf der Maschine und auf dem Schleifstein bekommen.
Einstiche

A:
gerundetes Eisen, die Fase dringt in der Mitte tiefer ein

B:
geschweiftes Eisen, die Fase dringt an den Schneidecken tiefer ein

C:
gerades Eisen, die Fase dringt auf der gesamten Breite gleichmässig ein

Wie Sie sehen haben gerundete und geschweifte Fasen einen Nachteil, entweder die Mitte oder die Ecken dringen tiefer ein. Dadurch bleiben z.B. beim Ausgründen hässliche Einstiche überig, die nicht mehr entfernt werden können (ausser Sie stechen mit einem richtig (gerade Fase) geschliffenen Eisen so tief, das die Einstiche verschwinden). Gerundete Eisen sind beim Schnitzen von Blüten schonmal recht brauchbar, da die Blütenblätter meistens zur Mitte hin enger werden, kann hier die längere Fase helfen. Für geschweifte Eisen habe ich persönlich noch keine Verwendung gefunden.

Fasenform

Hier sehen Sie die verschiedenen Fasen Formen im Einsatz.
Die hohlgeschliffene Fase dringt relativ Flach ins Holz, beim tieferen Einstechen hebelt die dicker werdende Fase die Schneide aus dem Holz. Es entsteht ein "springender" Schnitt, bei dem die Schneide sehr gerne ausbricht.

Die ballig geschliffene Fase muss mit einem steileren Winkel angesetzt werden um zu schneiden. Nachteilig beim Unterschneiden und die Klinge lässt sich nicht so gut führen.

Die gerade Fase hat den gewünschten Winkel und gleitet auf der gesamten Fase. Dadurch erreicht man ein maximum an Führung, der Schnitt hinterlässt eine glänzende Fläche, da er von der Fase "poliert" wird.

Die Abbildungen sind stark übertrieben, um die Probleme besser darzustellen! Eine leichte! Balligkeit ist in der Praxis nicht so schlimm, erst wenn die Klinge nur noch mit viel Kraft durchs Holz schneidet, ist es Zeit für einen neuen Anschliff, bis dahin reicht regelmässiges Abziehen. Ein leichter Hohlschliff wie er durch grössere Schleifsteine (< 20 cm) erzeugt wird kann fast vernachlässigt werden.

Innenfase

Das Anbringen einer Innenfase wird unterschiedlich gesehen. Da Schnitzeisen schon mal "verkehrt" herum angesetzt werden, vergrössert die Innenfase den Ansatzwinkel des Eisens. Ein weiterer Vorteil ist, das die eigentliche Schneide weiter in die Klingenmitte wandert und dadurch mehr Stabilität erhält.

Sie sollten beachten, das sich der Schneidenwinkel aus dem Schleifwinkel der Fase und der Innenfase zusammensetzt.



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