|
Besucherstatistik:
1 Online, 8 Heute 1115 Woche, 6333 Monat 43441 Jahr, 178327 Gesamt |
Es ist einiges an Erfahrung nötig um gutes Holz zu erkennen und zu verarbeiten. Ich möchte hier versuchen Ihnen einige Tipps an die Hand zu geben, damit Ihnen auch grösseren Schnitzwerke gelingen.

Je nachdem aus welchem Teil des Stamms das Brett geschnitten wurde, kann es sich mehr oder weniger stark verwerfen.
Bretter aus der Mitte des Stamms verwerfen sich am geringsten (stehende Jahresringe). Je weiter die Bretter aus dem äußeren Stammbereich geschnitten wurden, um so stärker werden sie sich verziehen.
|
1: Brett aus der Mitte, schwindet in allen Dimensionen gleichmässig. 2: Brett aus dem Aussenbereich, das Holz "schüsselt" auf! |
|
Die roten Linien zeigen Ihnen einen tangential aufgesägten Stamm. Die schwarzen Linien einen
radial aufgesägten Stamm. Radial geschnittenen Bretter verziehen sich weniger. Sie haben fast nur stehende Jahreringe.
Bei uns wird Holz meistens tangential geschnitten angeboten. Darum sollten Sie versuchen eine Kernbohle aus der Mitte des Stamms
zu kaufen. Je weiter das Brett von der Mitte entfernt ist, desto flacher liegen die Jahrringe und umso schlechter lässte es sich schnitzen. |
Durch diese Problematik ist es schwer, einfach nur Holzstücke aneinander zu leimen. Sie müssen erahnen, in welche Richtung sich die Bretter
verwerfen werden. Dafür brauchen Sie eine Menge Erfahrung. Wenn Sie Bretter kaufen, versuchen Sie die Mittelbretter zu bekommen, hier haben Sie die
geringste Gefahr, dass es zu unerwünschten Verwerfungen kommt.
Sie haben sicherlich auf der Seite Holzarten, gelesen welche Hölzer sich schnitzen lassen.
Wenn Sie im Internet oder den einschlägigen Fachgeschäften Holz kaufen müssen, sind Sie in der Regel in den lieferbaren Dimensionen begrenzt.
Dies Problem entsteht durch zwei andere: 1. Bäume wachsen nicht mit unendlichen Dimensionen, 2. sind die Lager- und Sägeformate begrenzt, entsprechend der Nachfrage (Schreiner / Zimmerleute).
Hier tut sich die Frage auf, wie grosse Statuen und andere Kunstobjekte entstanden sind.
Erste Möglichkeit ist es, einen ganzen Stamm oder einen Stamm-Abschnitt zu nutzen.
Bei dieser Art der Holzgewinnung muss man aber einige Dinge beachten. Ein frisch geschlagener Stamm enthält viel Wasser. Dieser Wassergehalt liegt je nach Holz bei ca. 80%.
In früheren Zeiten wurden Bäume in der saftarmen Zeit, also im Winter gefällt. Unsere Vorfahren wussten auch, das Holz nur bei bestimmten Mondständen gefällt werden sollte, da hier noch weniger Wasser im Stamm war.
Heute sind diese Massnahmen nicht mehr wichtig. Industriell bearbeitetes Holz wird computergesteuert gesägt und getrocknet. Es kommt in relativ kurzer Zeit nach dem Fällen in den Handel.
Falls Sie einen ganzen Stamm bzw. Abschnitt verwenden wollen muss dieser erstmal getrocknet werden. Sie benötigen einen trockenen und gut durchlüfteten Platz. Mit der Zeit verringert sich die enthaltene Feuchtigkeit. An den Schnittstellen trocknet der Stamm schneller aus und bekommt Risse. Um dies zu verhindern bzw. zu minimieren, müssen die Sägeflächen z.B. mit Wachs oder wasserfester Farbe verschlossen werden. Nach 3-4 Jahren (bei Hartholz ca. 1 Jahr für 25 mm Dicke!) können Sie dann versuchen, den Stamm zu bearbeiten. Je nach Holzart kann die Rissbildung im Stamm vermindert werden, wenn man den Stamm an einer Seite bis zum Mark einschneidet. Wenn Sie die Bilder oben sehen, sollte Ihnen auffallen, dass der Stamm stark gerissen ist, hier währe ein Schnitt von oben nach unten hilfreich gewesen. Wichtig ist, dass das Mark des Stammes entfernt wird, sonst kommt es zur Rissbildung. Viele Figuren in Kirchen sind auf der Rückseite ausgehöhlt um dem vorzubeugen. Erst beim Schnitzen werden Sie sehen ob der Stamm Ihren Wünschen entspricht. Risse können auch noch während oder nach dem Schnitzen entstehen.
Einfacher ist es die benötigten Dimensionen aus Holzstücken zusammen zu leimen. Sie sparen Holz und können das Arbeiten des Stückes durch geschickte Holzauswahl minimieren. Wenn Sie Holz wie Linde oder andere Hölzer ohne ausgeprägte Maserung verwenden, sehen Sie fast keine Leimstellen. Sonst müssen Sie zusätzlich auf die Maserung der einzelnen Stücke achten.
Da Holz ein Naturprodukt ist, muss man damit Leben, dass dieser Werkstoff nicht als homogene, gleichmäßige Masse vorliegt.
Kleinere Äste sind das geringere Übel. Spannungsrisse, Wimmerwuchs oder Schädlings,- bzw. Pilzbefall machen da schon mehr Kummer.
Beim Holzkauf muss man daher auf einige Dinge achten.
So sollte die Holzfarbe innerhalb eines Bretts gleichmässig sein. Wenn das nicht der Fall ist, können Trocknungsfehler vorliegen. Wenn man gesägte Bretter im Holzhandel kauft, haben diese oft Wasserflecken.
Diese Wasserflecken verschwinden nach dem Hobeln der Flächen. Sollten allerdings dunklere Stellen auffallen, dann ist das Brett genauer zu untersuchen. Bei vielen Hölzern kann es durch Pilzbefall zu Verfärbungen kommen.
Lindenholz kann bei falscher Lagerung blau-grüne Flecken bekommen. Durch diese Flecken wird das Holz nicht unbrauchbar, aber wenn Sie eine Arbeit schnitzen möchten, die hinterher nur gewachst wird, dann fallen diese Stellen sehr auf.
Diese Verfärbung kann auch durch bleichen oder beizen nicht entfernt werden. Wenn eine Arbeit koloriert oder deckend gefasst wird, fällt eine solche Verfärbung nicht ins Gewicht.
Falls Sie Bretter mit vielen Ästen angeboten bekommen, dann achten Sie auf den Preis. Man kann nur abschätzen wieviel des Holzes brauchbar ist, danach richtet sich der Wert.
Spannungsrisse an den Bohlenenden können auch schon mal sein, sollten aber nicht zu tief reingehen.
Das Holz sollte trocken sein. Bei Bohlen mit vorhandener Markröhre muss diese vor der Verarbeitung entfernt werden, da sonst Risse auftreten werden.
Die Jahrringe sollten gleichmässig sein. Sollten "Bohrlöcher" von Insekten zu sehen sein, Finger weg! Bei Eiche Splintholz ist ein Insektenbefall häufig. Da der Splint nicht verarbeitet werden kann, sollte man die Bretter
zügig besäumen und den Splintholzrest verheizen. Ein Insektenbefall kann auf alle gelagerten Hölzer übergehen. Darum Vorsicht!
![]() |
Der Wimmerwuchs. Die Holzfasern haben während des Wachstums Wellen geschlagen. Das kann in der Nähe von Ästen oder bei Astholz durch Druck-, oder Zugbelastung entstehen. Das Holz lässt sich nur schwer Schnitzen, da der Faserverlauf sich ständig ändert. Ähnlich verhält es sich mit dem Drehwuchs. Wenn sich der Baum im Zuge seine Wachstums verdreht, ändert sich auch die Faserrichtung. |
![]() ![]() |
Der Ast. Kleine Äste sind relativ normal. Je dunkler und größer die Äste sind, desto schlechter kann man sie schnitzen. Äste sind meistens sehr hart. Wenn sie größer sind, kann es passieren, das sie nach einiger Zeit locker werden und der innere Holzteil rausfällt. Größere Äste sollten vor dem Schnitzen ausgebohrt werden und mit einem Holzpropfen des gleichen Holzes ausgeflickt werden. Im Schreinerhandel gibt es spezielle Zapfenbohrer. Desweiteren reisst das Holz um diese Äste sehr gerne. Bei Zirbenholz kann man die Äste mitschnitzen, diese fallen auch meistens nicht raus. |
|
Das kann beim Holzkauf in der E-Bucht rauskommen: Auf den ersten Blick sieht das Brett nicht so schlecht aus. Diese Holzstück habe ich zusammen mit einigen anderen Stücken in der E-Bucht gekauft. Abgebildet waren diese nicht. Wie man auf den folgenden Bildern sieht, ist ein ziemlich großer Ast mitten in diesem Stück. |
|
Nach dem Hobeln zeigt sich an etlichen Stellen ein Wimmerwuchs. Dieser entstand durch den Druck mit dem der Ast die Fasern des Holzes weggedrückt hat. |
|
Bei genauere Betrachtung sah man, dass der Ast quer im Brett liegt. |
|
|
|
Die eingezeichneten Linien zeigen wo der Ast an der jeweiligen Seite austritt. Die schraffierte Fläche zeigt die ungefähre Lage des Astes in dem Stück auf. Von diesem Fehlkauf waren nur ca. 35% des gesamten Stückes verwertbar........ |
![]() ![]() |
Nach diesem abschreckenden Beispiel mal ein gutes Stück Schnitzholz aus dem Fachhandel. Kaum Äste, gleichmäßige Farbe, fein gewachsene Jahrringe...... Für dieses Stück, 1m lang, im Mittel 35cm breit, 12cm dicke, habe ich 35 Euro bezahlt..... Entscheiden Sie selbst, ob sich der Weg zum Fachhändler lohnt! |
Zur Verleimung werden handelsübliche Holzleime eingesetzt. Diese Holzleime werden für verschiedene Beanspruchungsgruppen hergestellt. Man unterscheidet in (nach DIN EN204) D1 bis D4 Leime.
Normale Leime haben meistens D2, wasserfeste D3. Leime für höchste Beanspruchung D4. Für unsere Schnitzerzwecke im Innenbereich reichen D2 bis D3 Leime. Wasserfest bedeutet hier nicht, dass die Schnitzerei jedem Wetter widersteht,
denn ob das Holz selber standhält ist hier die Frage. Für den Aussenbereich sollten Sie D4 verleimen und müssen sich trotzdem noch über den Wetterschutz (Anstrich, Imprägnierung) Gedanken machen. Wichtig ist aber die richtige Verarbeitung der Leime.
Die Verarbeitungstemperatur (>6 Grad Celsius) sowie der Pressdruck (mind. 15N/cm²) sollten stimmen. Ebenso sollte die maximale offene Zeit nicht überschritten werden, d.h. die Zeit zwischen dem Auftragen und dem Zusammenfügen.
Der Leim wird nicht zu sparsam auf beide zu verbindenden Teile aufgetragen, danach zusammengefügt und dann mit Schraubzwingen gepresst. Verwenden Sie
soviele Zwingen wie Sie nur können, denn die Haltbarkeit einer Leimverbindung hängt entscheidend vom Anpressdruck ab. der Leim wird in das Holz gepresst und härtet dann transparent aus.
Am besten Sie lassen die Leimung über Nacht oder länger aushärten. Bei grösseren Projekten ist es ratsam einen Fachmann (Schreiner / Tischler) die Verleimung durchführen zu lassen. Das hat zwei Gründe, erstens müssen die Teile Plan abgerichtet sein
(das macht der Fachmann auf einer Abrichte), zweitens haben die meisten Tischler eine spezielle hydraulische Verleimpresse die den benötigten Druck erzeugt.
Damit wird die Verbindung perfekt. Für wichtige oder teure Schnitzereien ist das zu empfehlen, da der Kaufpreis des Holzes ein vielfaches höher liegt als der Preis für die Arbeit des Fachmanns. Wenn Ihnen eine gut gelungene Schnitzerei
durch fehlerhafte Verleimung reisst oder Spalte bekommt ist das mehr als ärgerlich.
Sie sollten versuchen Holz aus einem Brett zu der benötigten Dimension zu verleimen, das erspart Ihnen das Problem der Farbveränderungen zwischen Hölzern aus verschiedenen Baumstämmen bzw. Brettern. Der verleimte Block oder Platte sollte nur aus gleich gesägten Brettern oder Bohlen verleimt werden (nicht radial gesägtes mit tangential gesägtem Holz verbinden!). Um das Arbeiten des Holzes zu minimieren, können Sie bei Platten mehrere schmale Stücke zusammen leimen. Dadurch nehmen Sie Spannungen aus dem Holz.