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Auf den folgenden Bildern sehen Sie die Entstehung einer Figur aus einem Lindenholzblock.

Für diese Schritt für Schritt Dokumentation möchte ich mich herzlichst bei Alex Ellwein bedanken, der die Zeit gefunden hat, seine Schnitzerei zu fotografieren, kommentieren und dem Projekt zur Verfügung zu stellen.


Ich möcht noch Bemerken, dass eine Bandsäge nicht unbedingt nötig ist. Die Säge erleichtert einem die Arbeit, aber man kann die Figur auch mit einem grossen (ca. 15 - 20 mm) Stich 8 oder 9 grob aus dem Klotz arbeiten. Dann die Formen glätten und die Umrisse wieder neu aufzeichnen. Bei den Beinen und Armen kann man sehr gut mit verkehrt gekröpften Beiteln arbeiten, sofern man solche besitzt ;-).

Achten Sie beim Nacharbeiten auf die Form. Anfänger haben oft das Problem, dass in der Aufsicht (Ansicht von oben) die Figur kantig, d.h. dem Ursprungsklotz ähnlich sieht. Daher sollte man immer zwischendurch auch mal von oben auf sein Werk schauen, damit die Schnitzerei nicht viereckig wirkt.

Statue aus Keramik Ich besitze die abgebildete Statue aus Keramik, die ich gerne mal aus Holz schnitzen würde, möchte sie jedoch nicht 1:1 kopieren, sondern meinen eigenen Senf dazu tun.
Lindenkantel Für dieses Schnitzprojekt habe ich mir ein Stück Lindenholz Stärke 80 mm besorgt, welches in etwa den Abmessungen der Statue entspricht. Höhe der Figur: ca. 30 cm.
Seitenansicht Die Seitenansicht der Statue wird mit Bleistift auf das Holz ubertragen. Der untere gestrichelte Teil dient der Montage und wird abgesägt nachdem die Figur fertig geschnitzt ist. Danach lassen noch etwa 2 cm Platz für das Podest übrig, der hier anders gemacht / improvisiert werden musste, da wir nicht genug Platz in der Breite haben um diesen zu kopieren.
Rückansicht Die Rückansicht (wichtig: der Rücken des Mannes ist breiter!) wird an der Seite übertragen. Man beachte, wie schief das Holzstück ist...
Rückansicht ...und wie wenig Platz uns tatsächlich zur Verfügung steht (das Gestrichelte wird entfernt). Dadurch wird die tatsächliche Breite des Holzstücks auf etwa 55 mm verringern, was noch knapp im Rahmen liegt. Hier sieht man die Front- bzw. Rückansicht der Statue mit Bleistift gezeichnet. Tipp: da man während dem Schnitzens sehr oft die Umrisse nachzeichnen muss, empfiehlt sich die Herstellung einer Schablone aus Papier.
Bandsäge Als Nächstes wird die Seitenansicht mit Hilfe einer Bandsäge ausgesägt.
aussägen Hier gilt: etwas Abstand zu der Figur lassen (2 mm reichen aus), damit wir die Zeichnung noch sehen und uns vorsichtig beim Schnitzen an den Umriss nähern können.
...Es geht beim Sägen nur um das grobe Entfernen von Holz. Wenn es danach etwas eckig aussieht ist es OK, die Umrisse werden später beim Schnitzen geglättet. Somit haben wir eine zwei-dimensionale Skulptur...
...welcher nun in die dritte Dimension erweitert wird. Das Stück wird auf einem Schraubstock montiert und jetzt kann das Schnitzen beginnen. Das überschüssige Holz im Profil wird zunächst mit großem Holheisen (ich nehme D 9/10 aus dem Bastlermeisselsatz von Pfeil ) sowie mit D 1/8 grob entfernt.
Man beachte hier die Symmetrie - die Linie in der Mitte dient genau dafür und wird im späteren Fortschritt nachgezeichnet.
Bald sieht unser Stück Holz schon richtig dreidimensional aus, aber nachdem wir nun das Holz im Profil abgetragen haben, muss die Zeichnung von der Seitenansicht erneuert bzw. mit einer Schablone gearbeitet werden.
Ich habe beschlossen, die Figur von oben nach unten zu bearbeiten, dafür runde ich mit einem fast flachen D5/8 Eisen die Kopfsilhuette und taste mich vorsichtig von der Seite an die Kopfform heran.
Gleichzeitig forme ich die Schulter sowie die obere Partie bishin zum Hals. An der Seite (zwischen den beiden Körpern) kann schonmal mit einem gekröpften Eisen das Holz vorsichtig entfernt werden.
Das Holz wird gleichmäßig von beiden Seiten der Figur entfernt...
...bis wir einen Durchbruch erzielen. Hier werden unterschiedlich tiefe Holheisen sowie der kleine D 11/1 benutzt, um das Holz zwischen den beiden Oberkörpern zu entfernen.
Besonders schwierig ist die Stelle zwischen der beiden Oberkörper, da schwer zugänglich, hier wird ausschließlich mit dem D11/1 gearbeitet.
Die Arme forme ich mit dem fast geraden D5/8 und konzentriere mich zunächst auf den oberen Teil der Skulptur...
bis dieser dann zu meiner Zufriedenheit aussieht.
Die untere Partie wird zunächst mit einem Geißfuß (V-Schnitzeisen) angeschnitten, so markiere ich die Beinlinie und dieser Schnitt dient mir gleichzeitig als Stopp-Schnitt. Das Holz an der Seite der Frau wird mit dem Hohleisen D 9/10 sowie D 5/8 ausgearbeitet.
Das Podest symbolisiert einen Stein bzw. einen Felsen mit rauer Oberflaeche. Die Oberflaeche wird mit dem Hohleisen D 9/10 erzeugt, indem man "zufällig" tief ins Holz eingräbt, wichtig ist dabei nur, dass die Schnitte nicht zu dicht beieinander liegen, sonst wird das Holz an den Kanten sehr dünn und splittert ab. Am besten führt man die Schnitte diagonal zum Faserverlauf und stets in die gleiche Richtung (an allen Seiten des Podests!), damit das Holz die Form behält und nicht wegebricht.
Sobald die Form der unteren Partie zum Vorschein kommt, nimmt man immer vorsichtiger das Holz ab und man fängt an, die Beine abzurunden. Dies kann man erreichen, indem man z.B. mit der Innenseite eines Hohleisens entlang der Kante schnitzt.
Im nächsten Arbeitsschritt wird die Oberfläche behandelt. Die komplette Figur wird nun mit 150er, 180er und schließlich mit 320er Sandpapier geschliffen. Das Ergebnis sieht dann so aus.
Im letzten Schritt beschloss ich die Figur zu beizen und dann schließlich das Holzwachs aufzutragen. Hier habe ich mich für eine Teak-farbene Holzbeize entschieden, welche in 2 Schichten über die Oberfläche mit einem Baumwolltuch verteilt wurde (über Nacht trocknen lassen).
Nach dem Beizen wurde schliesslich das Holzwachs in zwei Schichten aufgetragen. Die erste Schicht ist die Grundierung, die auch mit einem Baumwolltuch aufgetragen wurde, die zweite Schicht Holzwachs trug ich mit einer Pinsel auf und ließ sie über Nacht trocknen. Fertig!

Lieber Alex, nochmals vielen Dank für deine Mühe! Die Figur und die Doku sind dir super gelungen, weiter so.



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